Rehkitzrettung mit Drohnen — So läuft ein Einsatz ab

Rehkitzrettung mit Drohnen — So läuft ein Einsatz ab

Zwischen Mai und Juli beginnt in Baden-Württemberg die Mähsaison — und damit eine gefährliche Zeit für junge Rehkitze. Ihr natürlicher Instinkt sagt ihnen, sich bei Gefahr flach ins Gras zu ducken statt zu fliehen. Gegenüber einem Mähwerk ist dieses Verhalten fatal.

Als Landwirt sind Sie gesetzlich verpflichtet, vor dem Mähen geeignete Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren zu ergreifen. Die effektivste Methode: eine Drohnenbefliegung mit Wärmebildkamera in den frühen Morgenstunden. Wir nehmen Sie mit durch einen typischen Einsatz bei BrudiLabs.

1. Vorbereitung am Vorabend

Jeder erfolgreiche Einsatz beginnt mit sorgfältiger Planung. Sobald Sie uns kontaktieren, klären wir gemeinsam die Details:

  • Flächendaten: Wir benötigen die GPS-Koordinaten oder eine Markierung Ihrer Flächen. Eine einfache Nachricht mit Flurstücksnummer reicht völlig aus.
  • Terminabstimmung: Der Einsatz muss zwingend vor dem Mähtermin stattfinden — idealerweise am selben Morgen. Wir stimmen uns eng mit Ihnen und dem Wetterbericht ab.
  • Technik-Check: Am Vorabend bereiten wir unsere Ausrüstung vor — Akkus laden, Wärmebildkamera kalibrieren, FlugRoute programmieren. Unsere DJI Mavic 3T mit Radiometrie-Wärmebild erkennt Temperaturunterschiede von unter einem Grad Celsius.

Je besser die Vorbereitung, desto reibungsloser der Einsatz am nächsten Morgen.

2. Der Flug — frühmorgens, bevor die Sonne aufheizt

Drohne beim Start in der Morgendämmerung über einer Wiese

Wir sind zwischen 5:00 und 7:00 Uhr vor Ort — noch bevor die Sonne den Boden aufheizt. Der Grund: Die Wärmebildkamera arbeitet mit Temperaturkontrasten. Ein Rehkitz hat eine Körpertemperatur von etwa 38 °C. Solange der Boden noch kühl ist, leuchtet das Kitz auf dem Wärmebild wie ein heller Punkt.

Der Ablauf im Feld:

  1. Briefing: Kurze Absprache mit Ihnen oder Ihrem Mitarbeiter vor Ort.
  2. Autonomer Rasterflug: Die Drohne fliegt die Fläche in parallelen Bahnen systematisch ab — in einer Höhe von etwa 30–40 Metern. Kein Quadratmeter wird ausgelassen.
  3. Live-Monitoring: Auf unserem Bildschirm sehen wir in Echtzeit das Wärmebild. Sobald eine Wärmesignatur auftaucht, markieren wir die Position per GPS.

Eine Fläche von 5 Hektar ist in rund 15–20 Minuten abgeflogen. Deutlich schneller und zuverlässiger als jede Begehung zu Fuß.

3. Bergung — behutsam und mit System

Rehkitz im hohen Gras, geschützt durch Wäschekorbmethode

Wird ein Kitz gefunden, geht es schnell — aber behutsam:

  • Annäherung mit Handschuhen: Menschlicher Geruch darf nicht auf das Kitz übertragen werden, da die Ricke es sonst möglicherweise nicht mehr annimmt. Wir tragen immer Einmalhandschuhe und nehmen Gras zum Abdecken mit.
  • Sicherung: Das Kitz wird vorsichtig in eine mit Gras ausgelegte Kiste gesetzt und an den Feldrand gebracht — außerhalb der Mähfläche.
  • Dokumentation: Wir dokumentieren jeden Fund mit GPS-Koordinaten und Foto für Ihre Unterlagen und die Abstimmung mit dem Jagdpächter.

Nach dem Mähen wird das Kitz wieder freigelassen. In den allermeisten Fällen findet die Ricke ihr Junges innerhalb weniger Stunden.

4. Nachbereitung und Dokumentation

Nach dem Einsatz erhalten Sie von uns:

  • Einsatzprotokoll mit Flächenabdeckung, Flugzeiten und Fundstellen
  • Kartenmaterial mit GPS-Markierungen aller Wärmesignaturen
  • Nachweis für Behörden, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind

Dieser Nachweis kann im Ernstfall entscheidend sein — denn Verstöße gegen das Tierschutzgesetz können empfindliche Strafen nach sich ziehen.


Fazit: Technik rettet Leben

In der Saison 2025 haben wir bei über 60 Einsätzen in der Region mehr als 120 Kitze vor dem Mähtod bewahrt. Die Kombination aus Wärmebildtechnik, frühem Einsatzzeitpunkt und eingespieltem Team macht den Unterschied.

Sie möchten Ihre Flächen vor der nächsten Mahd abfliegen lassen? Kontaktieren Sie uns — am besten schon jetzt, denn in der Hochsaison sind unsere Kapazitäten schnell ausgebucht.